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 Projekt 
Zeichnung Kunsthaus Dresden
Zeichnung Kunsthaus Dresden
Workshop Elixier
Workshop Library Project

Baustelle Europa

Europa ist weniger die Bezeichnung eines Kontinents als vielmehr die einer historischen, kulturellen, politischen und ideellen Vereinbarung. Populistische Kampagnen, aber auch politische Entscheidungen haben das Vertrauen der Zivilgesellschaft in die Solidarität der europäischen Gesellschaften untereinander wie auch mit Menschen in Not weltweit stark in Frage gestellt.

Die künstlerischen Arbeiten in der Ausstellung Baustelle Europa berühren aus sehr individueller Sicht einzelne Aspekte der widersprüchlichen Erfahrung einer sich verändernden kulturellen Identität in Europa. Die künstlerischen Erzählungen innerhalb der Ausstellung gehen auf aktuelle und historische Flucht- sowie auf globale Migrationserfahrungen ein. Andere formen abstrakte wie auch dokumentarische Bilder für die antipolitischen ‚Bewegungen’ und für die schmerzhaften Prozesse an den Randzonen dieser Baustelle Europa: Die Entstehung von Sonderzonen und geschlossenen Lagern , die Befestigungen der Außengrenzen und die Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte.

Vor dem Hintergrund dieser widersprüchlichen Eindrücke und einer Erfahrung der Unübersichtlichkeit, aus der es keine schnellen Auswege zu geben scheint, zeigt die Ausstellung auch konstruktive Beispiele der Baustelle Europa in Dresden: Nicht erst in den vergangenen anderthalb Jahren, aber in diesen intensiviert, hat sich ein Diskurs in Bezug auf Migration als ein positives Entwicklungspotential der Stadtgesellschaft herausgebildet.

Im Rahmen der Ausstellung Baustelle Europa im Kunsthaus Dresden, veranstaltete das Construct Lab (Alex Römer und Licia Soldavini) mit Thomas Rustemeyer Workshops mit drei lokalen Initiativen: Das Library Project hat das Ziel Literatur in den Muttersprachen von Geflüchteten und Neuangekommenen bereit zu stellen, Elixier hat den Plan in einem leerstehendes Gebäudeensemble in ein soziokulturelles Zentrum mit Wohn-, Arbeits- und Lebensbereichen aufzubauen und die internationalen Gärten betreiben seit 10 Jahren urban Gardening für und mit Migrantinnen und Geflüchteten. In den Workshops wurden Ideen und Strategien für die Initiativen entwickelt und Pläne für räumliche Transformationen erarbeitet. Diese wurden vom Construct Lab gemeinsam mit den Initiativen realisiert.

Kuratorin: Christiane Mennicke-Schwarz